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Menschenkette am 13. Februar 2010

»Erinnern und handeln. Für mein Dresden«

Warum eine Menschenkette?

Der 13. Februar ist ein Datum, an dem seit Jahrzehnten in unterschiedlicher Weise an die Zerstörung der Stadt erinnert wird. Mit diesem Datum ist vielfältiges Engagement in Dresden und weit über unsere Stadt hinaus verbunden: Großartige Gesten der Versöhnung sind Dresden zuteil geworden. Aktivitäten für Frieden und Demokratie beziehen sich auf das Symbol Dresden. Die breite Auseinandersetzung mit der Geschichte der Stadt schließt lange schon die Verantwortung für nationalsozialistische Verbrechen ein.

Gleichzeitig ist Dresden am 13. Februar der vergangenen Jahre zum Schauplatz eines Aufmarsches nationalistischer und rechtsextremer Gruppen aus ganz Europa geworden. Sie verbinden mit den geschichtlichen Ereignissen Überzeugungen, die von der Mehrheit der Dresdner nicht geteilt werden. Dies muss immer wieder deutlich gemacht werden: Die Dresdner wünschen sich eine bunte, weltoffene Stadt in Frieden und Demokratie – ohne braune Flecken!

Die Menschenkette am 13. Februar 2010 soll genau dies zum Ausdruck bringen: Sie soll den gemeinsamen Willen der Dresdner bekunden, ihr Erinnern mit dem Bekenntnis zu Frieden, Demokratie und Menschenrechten zu verbinden. Sie soll symbolisch die Dresdner Innenstadt schützen.

Wer ist daran beteiligt?

Die Oberbürgermeisterin hat eine Gruppe von Institutionen und Personen eingeladen, den 13. Februar 2010 gemeinsam zu gestalten. In dieser Gruppe ist die Idee der Menschenkette entstanden. Die Menschenkette ist ein zivilgesellschaftliches Projekt. Sie wird in Verantwortung dieser Gruppe organisiert. Vertreten sind u.a. die Kirchen, die jüdische Gemeinde, der Sport, Gewerkschaften und die demokratischen Fraktionen des Stadtrates.

Wie verläuft die Kette?

Der mit Rosen markierte Weg der Kette verläuft vom Altmarkt über die Seestraße, den Dr.-Külz-Ring und die St. Petersburger Straße bis zur Synagoge. Auf diesen Straßen werden einzelne Fahrspuren für die Menschenkette gesperrt.


Grafik: Verlauf der Menschenkette in der Innenstadt

Wie ist der zeitliche Ablauf?

Die Aktion der Menschenkette  wird am 13. Februar um 13 Uhr an der Goldenen Pforte des Dresdner Rathauses von ca. 120 Posaunisten eröffnet, die zuvor das von allen Dresdner Kirchen gemeinsam initiierte Stationen-Friedensgebet begleiten, welches ab 11:30 Uhr vom Postplatz über den Theaterplatz und die Synagoge zum Rathaus die Dresdner Innenstadt durchzieht.

Zum Auftakt der Menschenkette wird um 13:05 Uhr die Dresdner Oberbürgermeisterin Helma Orosz an der Goldenen Pforte des Dresdner Rathauses sprechen. Im Anschluss wird Professor Hermann Kokenge, Rektor der TU Dresden und Versammlungsleiter der Aktion Menschenkette, die Anwesenden über den genauen Verlauf informieren.

Um 13:20 Uhr beginnen Ordner mit der Einteilung der Anwesenden in die Menschenkette, welche durch den sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich und Oberbürgermeisterin Helma Orosz in Richtung Altmarkt eröffnet wird. Der mit Rosen markierte Weg der Kette verläuft vom Altmarkt über die Seestraße, den Dr.-Külz-Ring und die St. Petersburger Straße bis zur Synagoge. Auf diesen Straßen werden einzelne Fahrspuren für die Menschenkette gesperrt. Der Verkehr auf dem Dr.-Külz-Ring und der St.-Petersburger-Straße wird geschwindigkeitsbegrenzt (30km/h) weitergeführt, um die Zugänglichkeit der Stadt zu sichern. Die vier Punkte, an denen die Menschenkette den öffentlichen Nahverkehr kreuzt (Dr.-Külz-Ring/Schulgasse, Dr.-Külz-Ring/St. Petersburger Straße, St. Petersburger Straße/Kreuzung Pirnaischer Platz und St. Petersburger Straße/Kreuzung Rathenau-Platz) werden bis 14:15 Uhr durch Ordner für den Straßenbahnverkehr freigehalten.

Um 14:15 Uhr wird die Menschenkette für zehn Minuten auch an diesen vier Kreuzungspunkten geschlossen. Das Geläut aller Kirchen der Dresdner Innenstadt verkündet die Schließung der Menschenkette. Um 14:25 Uhr werden die Kreuzungspunkte wieder für den Verkehr geöffnet.

Entlang der Menschenkette sind mobile Tee-Einheiten unterwegs.

Wie verkehren Bus und Bahn?

Die Dresdner Verkehrsbetriebe sind, basierend auf den Erfahrungen des vergangenen Jahres, in diesem Jahr bestens auf die besondere Verkehrssituation vorbereitet. Neben dem Standardlinienangebot, das im Tagesverlauf ohne größere Einschränkungen weiter in der gesamten Stadt verkehren soll, sind zahlreiche Sonderlinien eingerichtet, die zwischen 11 und 19 Uhr zwischen den verschiedenen Stadtteilen und dem Innenstadtbereich verkehren. Die Dresdner Verkehrsbetriebe unterstützen das friedliche Gedenken an die Opfer der Bombardierung zudem durch die Initiative „Weiße Rose“. Dazu führen alle Busse und Bahnen einen extra entworfenen Aufkleber an der Fahrzeugfront. 

Wie kann man zum Erfolg der Menschenkette beitragen?

Die Menschenkette ist als deutliches Symbol umso erfolgreicher, je mehr Personen sich daran beteiligen. Daher ist es wichtig, dass Sie in Ihrer Familie, bei Ihren Bekannten, Nachbarn und Kollegen dafür werben. Kommen Sie alle!


Foto: Menschenkette (© Robert Michael, Ronald Bonß)